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Freitag, 21. September 2007
Aller guten Dinge sind drei ...
... und deshalb hatte ich auch drei Vorhaben fuer meine Zeit in Norwegen. Abgesehen natuerlich vom eigentlichen Sinn und Zweck meines Sommers in Norwegen: Norwegisch lernen (ueber Fische und Beeren kann ich mich ja jetzt fliessend unterhalten) und das Leben auf einem Bauernhof kennenlernen (der Dreck unter den Fingernaegeln geht sicher irgendwann wieder weg ...).

Also, was ich sonst noch unbedingt in Norwegen machen wollte, war

ERSTENS: einen Elch in freier Wildbahn sehen

Diese Aufgabe habe ich erfolgreich beim Joggen absolviert. Etwa in meiner dritten Woche bei Stian habe ich es fertig gebracht, fuer mindestens 3 Sekunden das Hinterteil eines Elches zu sehen, der vor meinen elfengleichen Laufschritten (hi, hi) in den Wald fluechtete. Gut, vielleicht hoerte sich das fuer ihn auch eher wie ein mittleres Erdbeben an. Wie dem auch sei, der Elch war wild und ich habe ihn gesehen. Fuer das Nah-Elch-Erlebnis sind Deane und ich dann aber dann noch in ein Elch-Center gegangen.

Elche


ZWEITENS: einen Fjord an der Westkueste sehen

Dass ich das tatsaechlich noch schaffen wuerde, habe ich eigentlich nicht gedacht. Meine beiden Hoefe lagen ja eher im Osten und weit weg vom Meer. Dann aber ergab sich die Moeglichkeit, Janne zu besuchen und, hey, da oben gibt es Fjorde, echte Fjorde. Mein schoenstes Fjorderlebnis: Ich war mal wieder Joggen, bin von der Kueste weg ins Inland den Berg hoch getrabt und als ich oben auf dem Pass war, tat sich vor mir ein traumhaftes Panorama auf. Unter mir lag in dunkler, stiller Fjord, gesaeumt von schroffen Felswaenden mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Und dazu hatte es tatsaechlich fuer einige Stunden aufgehoert zu regnen. Wie aus einem Bildband geklaut! Bei dem Anblick hab ich doch glatt schwache Beine bekommen. (Naja, vielleicht wars auch vor Erschoepfung. Der Berg war hoch und der Lauf lang.) Wie schade, dass ich beim Laufen keine Kamera dabei hatte. Deshalb bekommt Ihr nur ein Bild vom zweitschoensten Fjord im Regen.

Regen


DRITTENS: einen Fisch fangen

Ja, einen Fisch fangen, denn das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht. Und diese Gelegenheit tat sich auch bei Janne auf. William, wie erwaehnt ein begeisterter Fischer, hat mich auf seinem Boot mit rausgenommen aufs Meer und da haben wir dann gefischt. Und zwar nicht nur ein bisschen. Direkt beim ersten Versuch hatte ich drei fette Fische an der Leine!!! Nach drei Stunden Wellen, Wind und Regen sind wir schliesslich stolz mit acht Exemplaren (Seehecht, Seelachs und Kabeljau) nach Hause gekommen. Am Abend darauf durfte ich mir dann zum ersten Mal einen selbstgefangenen Fisch braten. Wie es sich eben gehoert in Norwegen.

Big fish


Ja, und damit schliesst sich der Kreis. Meine Wuensche, Ziele und Hoffnungen fuer die Zeit hier haben sich erfuellt, ich finde Norwegen immer noch einfach schoen und jetzt freu ich mich wieder auf daheim.

Tusen takk, Norge, og ha det bra!

Kathrin

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Mittwoch, 19. September 2007
So siehts hier aus ...
Mehr Regen

Reitabenteuer

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Flora, Fauna und Schulleben in Lurøy
Die Zeit hier oben bei Janne ist viel zu schnell vergangen. Morgen geht es wieder zurueck nach Oslo und am Freitag in den Flieger nach Hause ...

In der kurzen Zeit habe ich allerdings einiges erlebt. Jannes Lebensgefaehrte William ist ganz zufaellig auch Experte fuer die Tier- und Pflanzenwelt hier in der Gegend und leidenschaftlicher Fischer. Also habe ich gelernt, dass es hier See- und Koenigsadler gibt (ich habe auch schon einige hier ueber der Kueste kreisen sehen) und Vielfrasse. Vielfrasse gibt es, soweit ich weiss, bei uns in Mitteleuropa nicht (Biologen aus dem engeren Bekanntenkreis moegen mich korrigieren, wenn ich da falsch liege), sind aber hier eine ernsthafte Gefahr fuer Schafe. Sie sehen ein bisschen aus wie Baeren, sind aber eher so gross wie ein mittlerer Hund und mit Mardern verwandt. Sie haben allerdings unheimlich viel Kraft, Ausdauer und - wenn es darauf ankommt - auch Schnelligkeit. Und ihre Lieblingsspeise sind Schafe, was die Farmer hier nicht so lustig finden.

Ausserdem habe ich mein Fischwissen und -vokabular in den letzten Tagen deutlich erweitert. Ich glaube, ich kenne inzwischen soviel Fische wie unterschiedliche Beeren. A propos Beeren, hier oben gibt es Multebeeren. Das sind so was wie "National-Beeren" fuer die Norweger. Sie sind gelb, haben viele Kerne und schmecken leicht saeuerlich. Besonders lecker sind sie frisch mit Sahne oder als Marmelade.

Ueberhaupt ist hier alles selbstgemacht und viel leckerer als sonst wo. Ich habe mich bei Janne hauptsaechlich ernaehrt von Selbstgeraeuchertem (Fisch), Selbtgeschossenem (Elch), Selbstgepfluecktem (Multe-, Heidel-, Johannis- und Erdbeeren) und Selbstgebackenem (Brot und Broetchen). Und um das alles wieder gut zu machen, bin ich dann fleissig Joggen gegangen - das ist hier an dieser rauhen Felskueste mit toller Aussicht aber auch wirklich lohnenswert.

Dann war ich noch bei Terese im Mathe- und Deutschunterricht. Ich war gleich mal ueberrascht, als alle im Eingangsbereich der Schule die Schuhe ausgezogen haben: hier ist man naemlich in Socken oder alternativ in Crocs unterwegs. Lehrer und Schueler duzen sich, die Klassen sind klein (7 - 10 Schueler) und alle sind etwas entspannter als bei uns. Nur nicht im Deutschunterricht. Da ist es wie bei uns: keiner traut sich, ein Wort in der Fremdsprache zu sagen und das Gekicher ist gross, wenn irgendeine dahergelaufene Muttersprachlerin was in Deutsch ueber Freiburg und den Schwarzwald erzaehlt. Aber noch lustiger fanden die Schueler es, als mich ihr Mathelehrer in ein Gespraech auf Norwegisch ueber Algebra verwickelte ...

Gestern abend habe ich dann noch das Abenteuer gewagt, auf Tereses Pferd ein Runde zu drehen. Fuer alle, die ueber meine Reiterfahrungen nicht informiert sind: ich bin exakt das zweite Mal auf einem Pferderuecken unterwegs gewesen. Hat aber sehr viel Spass gemacht und mein Hintern hoert sich auch bald wieder auf, weh zu tun.

Ich muss sicher nicht extra erwaehnen, dass ich saemtliche obigen Erfahrungen in stroemendem Regen gemacht habe, ODER???

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Samstag, 15. September 2007
Am Polarkreis
Was tut man, wenn es einem im Sueden Norwegens zu kalt wird? Man tritt die Flucht nach Norden an! Und das habe ich auch gruendlich getan. Gerade sitze ich in einer kleinen, gemuetlichen Holzhuette mit Blick aufs Meer etwa 7 Kilometer suedlich des Polarkreises. Und das kam so:

Mir hat's ja auf Arstun eher maessig gut gefallen. In irgendwelchen zugigen Schlafschuppen zu schlafen und viel mehr (als von der zustaendigen Organisation gedacht) zu arbeiten, fand ich nicht ganz so lustig. Als sich mir dann die Moeglichkeit eroeffnete, die Freundin einer Freundin in Mo i Rana an der Nordwestkueste zu besuchen, hab ich auch gleich zugesagt.
Um hier hin zu kommen, bin ich ueber 24 Stunden einmal quer durch Norwegen gereist. Mit dem Nachtzug von Oslo nach Trondheim, dort 8 Stunden Aufenthalt (schoene Stadt!) und dann nochmal 6 Stunden mit dem Zug weiter nach Mo i Rana. Von dort aus waren es nochmal eineinhalb Stunden mit dem Auto bis zu der abgelegenen Huette an der Kueste.

Janne und William haben mich sehr herzlich aufgenommen. Die Huette hier ist sehr gemuetlich und schoen warm, und ich bin gleich nach meiner Ankunft mit selbst gefangenem und geraeuchertem Lachs, selbstgeraeuchertem Hammelschinken, leckerem Brot und Multebeeren-Marmelade empfangen worden ... Daraufhin habe ich gleich mal 12 Stunden geschlafen und jetzt fuehle ich mich wieder wie ein Mensch.

Die Gegend hier ist wirklich spektakulaer. Das gilt sowohl fuer die Landschaft als auch das Wetter. Die zerklueftete Kueste mit vielen kleinen vorgelagerten Inseln ist traumhaft, und das Wetter ist beeindruckend schlecht. Soviel Regen und Sturm wie es heute hier hatte, hab ich wohl auf meinem ganzen bisherigen Aufenthalt nicht erlebt. Das hat Janne aber nicht davon abgehalten, mit mir heute mit dem Rad einkaufen zu fahren. Schlechtes Wetter gibt es hier nicht, nur falsche Kleidung!

Da das Wetter wohl die naechsten Tage auch nicht besser werden soll, sehe ich wohl einem eher geruhsamen Huettenaufenthalt entgegen. Damit habe ich aber ueberhaupt kein Problem, da ich in den letzten Wochen wirklich genug Frisch- und andere Bauernhofluft abbekommen habe. Zudem sind einige Indoor-Aktivitaeten geplant, wie z. B. ein Besuch in der Deutschklasse von Jannes Tochter. Langweilig wird's mir hier sicher nicht.

Jetzt mache ich mich erstmal daran, einen guten deutschen Hefezopf fuer das Sonntagsfruehstueck morgen zu backen. Mal sehen, ob der Wettergott sich mit sowas vielleicht bestechen laesst ...

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Mittwoch, 12. September 2007
Kochecke: Das weltbeste Tomaten-Pesto
Hier wie angekuendigt das Rezept fuer ein waaaaahnsinnig leckeres Tomaten-Pesto. Erandi teilt ihr Rezept gerne, weil sie ebenso gerne von anderen Leuten was Neues lernt.

Zutaten:

Tomaten (natuerlich Bio ;)
6-7 gehackte Knoblauchzehen
1/2 Tasse gehackte Zwiebeln
1/2 Tasse frischer, gehackter Thymian
1/2 Tasse frischer, gehackter Oregano
Salz und Pfeffer
Olivenoel
Weisswein oder Wasser
Einmachglaeser

Die Tomaten in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und nebeneinander auf einem gefetteten Backblech auslegen. Knoblauch, Zwiebeln, Thymian, Oregano darueber verteilen. Mit Salz und Pfeffer kraeftig wuerzen und mit Olivenoel betraeufeln. Die Tomaten bei Umluft, 140 Grad, ca. 2 Stunden trocknen. Sie duerfen leicht braun werden, sollten aber auf keinen Fall verbrennen und moeglichst auch kein Wasser mehr enthalten. Die Tomaten danach in einen Mixer geben und gut mixen. Die Tomatenmasse in einen Kochtopf geben und mit etwas Weisswein oder Wasser aufkochen. Das Pesto sollte nicht zu fluessig werden. Pesto-Konsistenz eben.

Die Einmachglaeser auskochen und mit dem Pesto fuellen. Deckel drauf und fertig!

Ist einfach und schmeckt superlecker

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Dienstag, 11. September 2007
Tierg`schichten Teil 2
Familiendrama im Huehnerstall

Also, stellt Euch mal Folgendes vor: Eine heile Huehnerfamilie - Hahn, Henne und Huehnchen. Wohnort: Kuhstall, Ecke vorne links. Dann eines Tages: Tag der offenen Tuer auf dem Bauernhof. Alle Viecher werden nach draussen verfrachtet, sollen glueckliche Tiere spielen und sich von kleinen, fiesen norwegischen Kindern streicheln, kneifen und am Schwanz ziehen lassen. Der Tag geht ohne Zwischenfaelle vorbei und alle Tiere (inzwischen wahrscheinlich mit erworbener Kinderphobie) kehren wieder in den heimatlichen Stall zurueck. Alle - bis auf eines. Das kleine Huehnchen beschliesst naemlich, nicht wieder in den Kuhstall zu seinen Eltern zu zurueck zu gehen, sondern zieht stattdessen bei den Kaninchen ein. Die wohnen in einem anderen Stallgebaeude, das sie sich mit Truda dem Haengebauchschwein, Samson dem Laemmchen und einigen anderen namenlosen Schafen teilen. Und hier lebt das Huehnchen nun. Keiner weiss, was Schreckliches zwischen ihm und seinen Eltern vorgefallen ist. Ob es wohl zum Bruch kam oder ein voellig normales Abnabeln war? Vielleicht lag der Sache auch ein `Haessliches-Entlein-Syndrom` zugrunde. Das Huehnchen muss mit einem komischen grauen Gefieder durch die Welt laufen und hat aeusserlich etwa gar nichts mit dem Gemeinen Haushuhn zu tun. Wer sollte da keine Komplexe bekommen?

Traurige Pferdeschicksale

Die Pferde hier sind ein reines Verlustgeschaeft. Kaare muss viel Spot von seiner Frau Erandi ueber sich ergehen lassen, weil die ach so schoenen Tiere furchtbar empfindlich, staendig krank und dazu noch verfroren sind. Dauernd hinkt eins, hat sich verkuehlt oder ist sonstwie schlecht drauf. Jedes Jahr erklaert Kaare, das ganze Geld fuer den Tierarzt ueber den Verkauf des edlen Fohlens (dazu wurde extra ein suendhaft teurer Deckhengst auf den Hof geholt) wieder reinzuholen. Nur, dass das gute Fohlen jedes Jahr ein anderes Zipperlein hat. Neuerdings leidet es an einem entzuendeten Huf. War also wieder nichts dieses Jahr. Und zu allem Unglueck steht auch noch die Trennung von der Mutter des Fohlens bevor. Sie hat Lymphknoten-Krebs und wird demnaechst geschlachtet. Und alles, weil Kaare keine robusten norwegischen Gaeule sondern unbedingt irgendwelche etepetete Roesser wollte. Da wird Erandi wohl noch einiges zu spotten haben ...

Soviel zu den Tieren. Die meiste Zeit verbringe ich allerdings nicht im Stall sondern im Gemuesegarten. Dort werden jeden Tag Tomaten, Zucchini, Bohnen, Gurken, Kraeuter und vieles mehr geerntet. Ausserdem ist Unkraut jaeten und duengen angesagt. Alles was geerntet wird, muss auch verkocht oder eingemacht werden. Daher kann ich inzwischen Basilikum-Pesto, Tomaten-Pesto und Pfefferminz-Sirup herstellen. Und ich habe dabei wahrscheinlich mehr Knoblauchzehen verarbeitet als ich bisher in meinem ganzen Leben gegessen habe. Und demnaechst fuer alle Tomatenfans: Wie man das leckerste (und knoblauchreichste) Tomaten-Pesto der Welt herstellt.

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Dienstag, 4. September 2007
Tierg'schichten 1. Folge
Truda, das Haengebauchschwein

Truda ist ein kleines (etwa Handgepaeck-Trolley-Groesse), braunschwarzes und aeusserst gepflegtes Haengebauchschwein. Das liegt daran, dass Truda normalerweise im 4. Stock einer Osloer Wohnung lebt. Als Haus- und Schossschwein sozusagen. Den Sommer ueber machtTruda hier auf dem Arstun-Hof Ferien. Wenn sie frisch auf dem Hof angekommen ist, ist sie das wohl am besten gepflegte Schwein Norwegens (mindestens!) und duftet nach Shampoo und Babypuder. Das mit dem Duft gibt sich aber recht schnell ... Truda teilt sich ihr Quartier mit einem Laemmchen, das seine zwei Kollegen vor einigen Tagen an den Schlachter verloren hat. Weil Truda nicht so wirklich ein "toughes" Schwein ist, wird sie abends in eine Dauendecke eingerollt (den Luxus geniesst sonst kein Lenbewesen hier auf dem Hof!!), als grunzendes Paeckchen ueber Nacht in ihr Schweine-Haeuschen geschoben und am naechsten Morgen wieder ausgewickelt. So geht das nun schon seit vielen Jahren. Bis diesen Sommer dann irgendwas passierte. Keiner weiss so genau was, aber jedenfalls wollte Truda nach ihren Sommerferien auf Arstun nicht mehr so gerne zurueck nach Oslo. Schon im Treppenhaus ihres Winterquartiers gab sie erste Anzeichen von Unwohlsein von sich und in der Wohnung wollte sie sich dann ueberhaupt nicht mehr einleben. Vielleicht lag es ja an dem Kampfhundwelpen, den sich Trudas Besitzer inzwischen angeschafft hatten ... Tja, und einige Stunden nach ihrer Abreise war Truda dann wieder zurueck auf Arstun, wo sie jetzt als Dauerleigabe weiterleben wird.


Kuehe - soooooo dumm

Hier auf Arstun gibt es genau eine Kuh und ausserdem noch ihr ungezogenes Kalb. Dass das Kalb so schwierig ist, wundert mich nicht, denn die Mutter ist nicht minder anstrengend. Waehrend Stians Kuehe sich meistens brav melken liessen, wird diese Kuh nun in eine winzige Box gesteckt, mit Futter versorgt und und durch die Balken der Box gemolken. Das bedeutet: Melken ist nur mit einer Hand moeglich; mit der anderen muss der Melkeimer (hier wohl eher -becher) gehalten werden. Die beengten Zustaende in der Box halten die Kuh aber nicht davon ab, ordentlich um sich zu treten waehrend des Melkens. Verletzte Haende kommen daher haeufiger vor. Nicht auszudenken, was passieren wuerde, wenn Melker und Kuh nicht durch die Box getrennt waeren! Melken macht hier also schon mal keinen Spass.
Kuh abends von der Weide holen auch nicht. Die Kuh bewegt sich - sobald man sie am Strick hat - keinen Zentimeter Richtung Stall. Inzwischen hat man hier aber rausgefunden, dass die Kuh Angst davor hat, wenn jemand hinter ihr geht. Dann rennt sie, was das Zeug haelt. Also muss man die Kuh jetzt immer zu zweit reinbringen: einer zieht am Strick und der andere laeuft hinterher und guckt boese ... Wirkt jedenfalls! Auch wenn die Kuh was ganz besonderes ist (eins von 150 ueberlebenden Exemplaren einer alten norwegischen Rasse), mir ist dieses Vieh einfach trotzdem kreuz-unsympathisch. Kann man nicht anders sagen ...

In der naechsten Folge: Familiendrama im Huehnerstall und traurige Pferdeschicksale

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Freitag, 31. August 2007
Neuer Hof, neues Glück
Glück ... Tja, das sind so die Fragen. Hier auf Arstun ist alles anders.

Vor vier Tagen habe ich mich von Stian, den Erdbeeren und dem immer noch ungeborenen Kälbchen verabschiedet. Darauf folgten drei schöne, luxuriöse Tage in Oslo mit Deane. Und jetzt Arstun: großer Hof, viele WWoofer (das sind die Leute, die mit der gleichen Organisation wie ich unterwegs sind), ein Haengebauchschwein (dazu kommt mal noch ein gesonderter Beitrag!), Plumpsklo im Stall und eine Holzhüttte (mein Schlafplatz). So, und das hat jetzt gar nix mehr mit dem schönen, neuen, warmen Holzhaus mit großem Gästezimmer zu tun, in dem ich bisher gewohnt habe. Der Schlafschuppen hier hat null Isolation, Ritzen zwischen den Brettern, und gerade mal so Elektrizität. Dazu kommt hier: in Norwegen ist es plötzlich empfindlich kalt geworden. Was mich als äußerst verfrorenes Wesen vor die Frage stellt: Wie soll das alles werden?

Aber gut, jetzt bin ich erstmal hier, und wir werden sehen, was die nächsten Tage bringen. Abgesehen von den Frostbeulen, die mich hier garantiert erwarten, ist alles ja ganz nett. Der Hof ist auch superschön gelegen, wieder an einem See. Die Tierbesetzung ist auch ein bisschen anders und daher durchaus interessant für mich. Es gibt vier Pferde, eine Kuh mit Kalb, drei Schafe, vier Hühner, Kaninchen und besagtes Haengebauchschwein. Der Hof wird geführt von einem Norweger, der tagsüber als Psychologe in Oslo arbeitet und seiner Frau, die aus Sri Lanka kommt und studierte Landwirtin ist.

Hier ist alles Öko und Bio - und das aus Überzeugung und mit viel Einsatz. Fast alles wird selber angebaut, nur Weniges zugekauft. Nichts fliegt weg sondern wird irgendwie weiterverwertet. Gedüngt wird auch nur mit dem eigenen Kuhmist. Selbst der Plumpsklo-Inhalt wird auf die Felder geschleppt. Nur in den Gemüsegarten kommt kein menschlich erzeugter Dünger. Aus dem ganz einfachen Grund, dass Menschen auch Nicht-Bio-Essen aus dem Supermarkt essen und deshalb das Gemüse mit so einem Dünger nicht wirklich ökologisch angebaut wäre. Das nenn ich ernsthaft Bio!

Das Essen hier ist übrigens fantastisch. Weil nicht norwegisch, sondern echt indisch. Die Leute sind auch alle nett. Nur ein bisschen chaotisch. Aber das kommt wohl vom biologisch-dynamischen Lebensstil ;)

Bald mehr zu meinen ersten Tagen auf Arstun und je nach Internet-Verbindung auch mal wieder ein paar Bilder.

Ich werde mich jetzt mit Fleece-Hose, drei Decken und einer Wärmflasche in den Schlafschuppen verziehen und hoffen, dass ich die erste Nacht ohne größere Frostschäden überstehe.

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