Dienstag, 11. September 2007
Tierg`schichten Teil 2
Familiendrama im Huehnerstall

Also, stellt Euch mal Folgendes vor: Eine heile Huehnerfamilie - Hahn, Henne und Huehnchen. Wohnort: Kuhstall, Ecke vorne links. Dann eines Tages: Tag der offenen Tuer auf dem Bauernhof. Alle Viecher werden nach draussen verfrachtet, sollen glueckliche Tiere spielen und sich von kleinen, fiesen norwegischen Kindern streicheln, kneifen und am Schwanz ziehen lassen. Der Tag geht ohne Zwischenfaelle vorbei und alle Tiere (inzwischen wahrscheinlich mit erworbener Kinderphobie) kehren wieder in den heimatlichen Stall zurueck. Alle - bis auf eines. Das kleine Huehnchen beschliesst naemlich, nicht wieder in den Kuhstall zu seinen Eltern zu zurueck zu gehen, sondern zieht stattdessen bei den Kaninchen ein. Die wohnen in einem anderen Stallgebaeude, das sie sich mit Truda dem Haengebauchschwein, Samson dem Laemmchen und einigen anderen namenlosen Schafen teilen. Und hier lebt das Huehnchen nun. Keiner weiss, was Schreckliches zwischen ihm und seinen Eltern vorgefallen ist. Ob es wohl zum Bruch kam oder ein voellig normales Abnabeln war? Vielleicht lag der Sache auch ein `Haessliches-Entlein-Syndrom` zugrunde. Das Huehnchen muss mit einem komischen grauen Gefieder durch die Welt laufen und hat aeusserlich etwa gar nichts mit dem Gemeinen Haushuhn zu tun. Wer sollte da keine Komplexe bekommen?

Traurige Pferdeschicksale

Die Pferde hier sind ein reines Verlustgeschaeft. Kaare muss viel Spot von seiner Frau Erandi ueber sich ergehen lassen, weil die ach so schoenen Tiere furchtbar empfindlich, staendig krank und dazu noch verfroren sind. Dauernd hinkt eins, hat sich verkuehlt oder ist sonstwie schlecht drauf. Jedes Jahr erklaert Kaare, das ganze Geld fuer den Tierarzt ueber den Verkauf des edlen Fohlens (dazu wurde extra ein suendhaft teurer Deckhengst auf den Hof geholt) wieder reinzuholen. Nur, dass das gute Fohlen jedes Jahr ein anderes Zipperlein hat. Neuerdings leidet es an einem entzuendeten Huf. War also wieder nichts dieses Jahr. Und zu allem Unglueck steht auch noch die Trennung von der Mutter des Fohlens bevor. Sie hat Lymphknoten-Krebs und wird demnaechst geschlachtet. Und alles, weil Kaare keine robusten norwegischen Gaeule sondern unbedingt irgendwelche etepetete Roesser wollte. Da wird Erandi wohl noch einiges zu spotten haben ...

Soviel zu den Tieren. Die meiste Zeit verbringe ich allerdings nicht im Stall sondern im Gemuesegarten. Dort werden jeden Tag Tomaten, Zucchini, Bohnen, Gurken, Kraeuter und vieles mehr geerntet. Ausserdem ist Unkraut jaeten und duengen angesagt. Alles was geerntet wird, muss auch verkocht oder eingemacht werden. Daher kann ich inzwischen Basilikum-Pesto, Tomaten-Pesto und Pfefferminz-Sirup herstellen. Und ich habe dabei wahrscheinlich mehr Knoblauchzehen verarbeitet als ich bisher in meinem ganzen Leben gegessen habe. Und demnaechst fuer alle Tomatenfans: Wie man das leckerste (und knoblauchreichste) Tomaten-Pesto der Welt herstellt.

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