Mittwoch, 19. September 2007
So siehts hier aus ...
Mehr Regen

Reitabenteuer

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Flora, Fauna und Schulleben in Lurøy
Die Zeit hier oben bei Janne ist viel zu schnell vergangen. Morgen geht es wieder zurueck nach Oslo und am Freitag in den Flieger nach Hause ...

In der kurzen Zeit habe ich allerdings einiges erlebt. Jannes Lebensgefaehrte William ist ganz zufaellig auch Experte fuer die Tier- und Pflanzenwelt hier in der Gegend und leidenschaftlicher Fischer. Also habe ich gelernt, dass es hier See- und Koenigsadler gibt (ich habe auch schon einige hier ueber der Kueste kreisen sehen) und Vielfrasse. Vielfrasse gibt es, soweit ich weiss, bei uns in Mitteleuropa nicht (Biologen aus dem engeren Bekanntenkreis moegen mich korrigieren, wenn ich da falsch liege), sind aber hier eine ernsthafte Gefahr fuer Schafe. Sie sehen ein bisschen aus wie Baeren, sind aber eher so gross wie ein mittlerer Hund und mit Mardern verwandt. Sie haben allerdings unheimlich viel Kraft, Ausdauer und - wenn es darauf ankommt - auch Schnelligkeit. Und ihre Lieblingsspeise sind Schafe, was die Farmer hier nicht so lustig finden.

Ausserdem habe ich mein Fischwissen und -vokabular in den letzten Tagen deutlich erweitert. Ich glaube, ich kenne inzwischen soviel Fische wie unterschiedliche Beeren. A propos Beeren, hier oben gibt es Multebeeren. Das sind so was wie "National-Beeren" fuer die Norweger. Sie sind gelb, haben viele Kerne und schmecken leicht saeuerlich. Besonders lecker sind sie frisch mit Sahne oder als Marmelade.

Ueberhaupt ist hier alles selbstgemacht und viel leckerer als sonst wo. Ich habe mich bei Janne hauptsaechlich ernaehrt von Selbstgeraeuchertem (Fisch), Selbtgeschossenem (Elch), Selbstgepfluecktem (Multe-, Heidel-, Johannis- und Erdbeeren) und Selbstgebackenem (Brot und Broetchen). Und um das alles wieder gut zu machen, bin ich dann fleissig Joggen gegangen - das ist hier an dieser rauhen Felskueste mit toller Aussicht aber auch wirklich lohnenswert.

Dann war ich noch bei Terese im Mathe- und Deutschunterricht. Ich war gleich mal ueberrascht, als alle im Eingangsbereich der Schule die Schuhe ausgezogen haben: hier ist man naemlich in Socken oder alternativ in Crocs unterwegs. Lehrer und Schueler duzen sich, die Klassen sind klein (7 - 10 Schueler) und alle sind etwas entspannter als bei uns. Nur nicht im Deutschunterricht. Da ist es wie bei uns: keiner traut sich, ein Wort in der Fremdsprache zu sagen und das Gekicher ist gross, wenn irgendeine dahergelaufene Muttersprachlerin was in Deutsch ueber Freiburg und den Schwarzwald erzaehlt. Aber noch lustiger fanden die Schueler es, als mich ihr Mathelehrer in ein Gespraech auf Norwegisch ueber Algebra verwickelte ...

Gestern abend habe ich dann noch das Abenteuer gewagt, auf Tereses Pferd ein Runde zu drehen. Fuer alle, die ueber meine Reiterfahrungen nicht informiert sind: ich bin exakt das zweite Mal auf einem Pferderuecken unterwegs gewesen. Hat aber sehr viel Spass gemacht und mein Hintern hoert sich auch bald wieder auf, weh zu tun.

Ich muss sicher nicht extra erwaehnen, dass ich saemtliche obigen Erfahrungen in stroemendem Regen gemacht habe, ODER???

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