Dienstag, 4. September 2007
Tierg'schichten 1. Folge
Truda, das Haengebauchschwein

Truda ist ein kleines (etwa Handgepaeck-Trolley-Groesse), braunschwarzes und aeusserst gepflegtes Haengebauchschwein. Das liegt daran, dass Truda normalerweise im 4. Stock einer Osloer Wohnung lebt. Als Haus- und Schossschwein sozusagen. Den Sommer ueber machtTruda hier auf dem Arstun-Hof Ferien. Wenn sie frisch auf dem Hof angekommen ist, ist sie das wohl am besten gepflegte Schwein Norwegens (mindestens!) und duftet nach Shampoo und Babypuder. Das mit dem Duft gibt sich aber recht schnell ... Truda teilt sich ihr Quartier mit einem Laemmchen, das seine zwei Kollegen vor einigen Tagen an den Schlachter verloren hat. Weil Truda nicht so wirklich ein "toughes" Schwein ist, wird sie abends in eine Dauendecke eingerollt (den Luxus geniesst sonst kein Lenbewesen hier auf dem Hof!!), als grunzendes Paeckchen ueber Nacht in ihr Schweine-Haeuschen geschoben und am naechsten Morgen wieder ausgewickelt. So geht das nun schon seit vielen Jahren. Bis diesen Sommer dann irgendwas passierte. Keiner weiss so genau was, aber jedenfalls wollte Truda nach ihren Sommerferien auf Arstun nicht mehr so gerne zurueck nach Oslo. Schon im Treppenhaus ihres Winterquartiers gab sie erste Anzeichen von Unwohlsein von sich und in der Wohnung wollte sie sich dann ueberhaupt nicht mehr einleben. Vielleicht lag es ja an dem Kampfhundwelpen, den sich Trudas Besitzer inzwischen angeschafft hatten ... Tja, und einige Stunden nach ihrer Abreise war Truda dann wieder zurueck auf Arstun, wo sie jetzt als Dauerleigabe weiterleben wird.


Kuehe - soooooo dumm

Hier auf Arstun gibt es genau eine Kuh und ausserdem noch ihr ungezogenes Kalb. Dass das Kalb so schwierig ist, wundert mich nicht, denn die Mutter ist nicht minder anstrengend. Waehrend Stians Kuehe sich meistens brav melken liessen, wird diese Kuh nun in eine winzige Box gesteckt, mit Futter versorgt und und durch die Balken der Box gemolken. Das bedeutet: Melken ist nur mit einer Hand moeglich; mit der anderen muss der Melkeimer (hier wohl eher -becher) gehalten werden. Die beengten Zustaende in der Box halten die Kuh aber nicht davon ab, ordentlich um sich zu treten waehrend des Melkens. Verletzte Haende kommen daher haeufiger vor. Nicht auszudenken, was passieren wuerde, wenn Melker und Kuh nicht durch die Box getrennt waeren! Melken macht hier also schon mal keinen Spass.
Kuh abends von der Weide holen auch nicht. Die Kuh bewegt sich - sobald man sie am Strick hat - keinen Zentimeter Richtung Stall. Inzwischen hat man hier aber rausgefunden, dass die Kuh Angst davor hat, wenn jemand hinter ihr geht. Dann rennt sie, was das Zeug haelt. Also muss man die Kuh jetzt immer zu zweit reinbringen: einer zieht am Strick und der andere laeuft hinterher und guckt boese ... Wirkt jedenfalls! Auch wenn die Kuh was ganz besonderes ist (eins von 150 ueberlebenden Exemplaren einer alten norwegischen Rasse), mir ist dieses Vieh einfach trotzdem kreuz-unsympathisch. Kann man nicht anders sagen ...

In der naechsten Folge: Familiendrama im Huehnerstall und traurige Pferdeschicksale

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